Sie ist gut für Haut und Figur. Und deshalb sind Gurken das Gemüse des Jahres 2019/2020.
Die richtige Mischung an Darmbakterien beeinflusst unser Wohlbefinden. Was der Darmflora gut tut und was ihr schadet.
In unserem Darm leben Billionen verschiedener Bakterien, die sogenannte Darmflora. Die Mikroorganismen spielen eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit, da sie das Nahrungsangebot im Darm nutzen, um daraus vielfältigste Stoffe zu produzieren, die wiederum im menschlichen Körper die unterschiedlichsten Wirkungen hervorrufen. Sie helfen unter anderem bei der Verdauung, wie der Verwertung von Ballaststoffen, fördern die Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen ins Blut und sind Teil des Immunsystems.
Komplexes System
Der häufig verwendete Begriff Mikrobiom bezeichnet dabei die Gesamtheit aller mikrobiellen Mitbewohner inklusiver ihrer Lebensräume und ökologischen Funktionen – eines der komplexesten Ökosysteme in der Wissenschaft. Wie ein gesundes Mikrobiom auszusehen hat, ist jedoch noch unklar. Ebenso sind Zuständigkeiten und Funktionen der einzelnen Bakterienarten bzw. Bakterienstämme zu einem großen Teil unbekannt. Fest steht, dass jeder Mensch sein eigenes, individuell zusammengesetztes Mikrobiom besitzt, welches von Genetik, Umwelt und Lebensstil beeinflusst wird. Bekannt ist weiterhin, dass sich Veränderungen in diesem empfindlichen System auf den Stoffwechsel, das Immunsystems oder auch auf das Verhalten auswirken können.
Es wird dabei diskutiert, ob verschiedene Krankheiten wie chronische Darmentzündungen, Typ-2-Diabetes oder Autismus eine veränderte Darmflora hervorrufen oder umgekehrt das Mikrobiom durch geänderte Lebensverhältnisse so gestört wird, dass Krankheiten entstehen können.
Abwehr im Darm
Die Bakterien in unserem Darm trainieren auch unsere Abwehrkräfte, da sich das darmeigene Immunsystem ständig mit ihnen auseinandersetzt und dabei lernt, zwischen „guten“ und „bösen“ Keimen zu unterscheiden. Im Normalfall ist durch die dichte Besiedlung auf der Darmwand kein Platz für krankmachende Erreger. Werden Eindringlinge erkannt, kommunizieren die Bakterien mit dem Immunsystem mittels Signal-Botenstoffen. Manche Bakterien fördern eine Entzündung, andere hemmen sie. Auf die gefährlichen Keime sollte das Immunsystem schnell und effektiv reagieren, während ungefährliches auch als dieses erkannt werden muss.
Verändert sich das Mikrobiom, hat dies häufig ein Ungleichgewicht zur Folge, dass sich durch Reaktionen auf harmlose Stoffe zeigt – Heuschnupfen, allergisches Asthma, Lebensmittelallergien oder Neurodermitis sind unter anderem darauf zurückzuführende Erkrankungen.
Was der Darmflora schadet
Manchmal kommt die gesunde Balance der Darmbakterien durcheinander. Dann werden die nützlichen Bakterien wie Bifidobakterien und Lactobacillen weniger und die ungünstigen Bakterien nehmen überhand. Folgende Faktoren beeinflussen die Darmflora:
Die Darmflora regulieren
Als Probiotika werden Lebensmittel bezeichnet, die lebende Mikroorganismen enthalten, die natürlicherweise im Darm vorkommen. Sie siedeln sich zu den bereits ansässigen Darmbakterien an und verdrängen damit unerwünschte Keime. Dazu zählen Milchsäurebakterien, die unter anderem in Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Apfelessig oder sauer eingelegtem Gemüse wie saure Gurken und Käse enthalten sind. Bekannte Vertreter sind Enterokokken, Bifidobakterien und Lactobazillen. Hefekulturen (Saccharomyces boulardii und Saccharomyces cevisiae) haben ebenfalls probiotische Effekte.
Probiotika zum Einnehmen
Probiotika gibt es in Form von Kapseln oder Pulver aus der Apotheke. Während einer Antibiotika-Therapie ist der Einsatz von Probiotika sehr zu empfehlen, um den typischen, durch Antibiotika verursachten Durchfällen, entgegenzuwirken. Hier kommen auch bestimmte Hefekulturen wie Saccharomyces boulardii zum Einsatz. In Ihrer Apotheke beraten wir Sie gerne zur Anwendung.
Futter für die Darmbakterien
Damit sich die guten Darmbakterien wohl fühlen, brauchen sie das richtige Futter. Zu ihren Lieblingsspeisen zählen Ballaststoffe, die vorwiegend in pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommen. Besonders gute Quellen sind:
- Obst: Äpfel, Birnen, Beeren, Zitrusfrüchte
- Gemüse: Brokkoli, Karotten, Kohl
- Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen
- Nüsse und Samen: Flohsamenschalen, Leinsamen und Chiasamen
- Getreide: Vollkornprodukte
Wer bislang nur wenige Ballaststoffe aufgenommen hat, sollte die Zufuhr langsam steigern und ausreichend trinken. Sonst können die Pflanzenfasern zu Blähungen führen.
Präbiotika und Probiotika
Präbiotika sind Ballaststoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Sie dienen gesunden Darmbakterien als Nahrung. Probiotika sind Zubereitungen aus lebenden Mikroorganismen, die als Präparate eingenommen, die Darmflora günstig beeinflussen.
Mario Mustermann,